Die MED-EL-Gründer Ingeborg und Erwin Hochmair sind mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering geehrt worden. Der Preis wurde den beiden für die Entwicklung des Cochlea-Implantats verliehen. Darüber informierte MED-EL Anfang Februar.
Die Auszeichnung, mit der in diesem Jahr, neben den Hochmairs, auch noch einige andere „herausragende Persönlichkeiten“ wie Graeme Clark und Blake Wilson für deren Pionierleistungen bei der Entwicklung des CI, geehrt wurden, gilt als einer der „weltweit wichtigsten Preise für lebensverändernde technologische Errungenschaften“, heißt es in der Pressemitteilung von MED-EL weiter. Insbesondere würdigt der Queen Elizabeth Prize for Engineering die Entwicklung moderner neuronaler Schnittstellen, also jener Technologien, die verlorene menschliche Fähigkeiten wiederherstellen, sowie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dahinter. Der Preis ist mit insgesamt 500.000 Pfund dotiert, die unter den Ausgezeichneten aufgeteilt werden.
Der Weg von Ingeborg und Erwin Hochmair hin zum CI begann bereits 1975 an der Technischen Universität Wien. 1977 entwickelten sie schließlich das erste mikroelektronische Cochlea Implantat. „Ihre Arbeit trug maßgeblich zu den enormen Fortschritten in der Signalverarbeitung, der Miniaturisierung von Implantaten und der langfristigen Biokompatibilität bei und bildete die Grundlage für die modernen Cochlea-Implantate von heute“, schreibt MED-EL. Damit konnte das Ehepaar Hochmair nicht nur die Hörversorgung „grundlegend“ verändern. Auch führte ihre Forschung sie zur Gründung ihres Unternehmens MED-EL, mit dem sie die Vision verfolgen, Menschen ein ganzes Leben lang mit zuverlässigen Hörlösungen zu begleiten.
„Diese Auszeichnung würdigt nicht nur eine technologische Leistung, sondern eine Grundhaltung, die unsere Arbeit von Anfang an geprägt hat: Eine Technologie, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und auf wissenschaftlicher Integrität basiert, kann das Leben von Menschen grundlegend verändern“, sagt Ingeborg Hochmair, Mitgründerin und CEO von MED‑EL. „Cochlea‑Implantate galten lange Zeit als nicht realisierbar. Mittlerweile sind sie längst im klinischen Alltag angekommen. Das beweist, wie viel man erreichen kann, wenn Technik, Medizin und Nutzer*innen zusammen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.“
Erwin Hochmair, Mitgründer von MED‑EL, ergänzt: „Schon bei unseren ersten Experimenten wollten wir eine neuronale Schnittstelle entwickeln, die ein Leben lang zuverlässig mit dem menschlichen Hörsystem zusammenarbeitet. Der Queen Elizabeth Prize for Engineering ist eine Bestätigung, dass sich langfristiges Denken und wissenschaftliche Beharrlichkeit in der Entwicklung von Technologien, die den Menschen wirklich helfen, auszahlen.“


