Dr. Müller, Präsident DSB, PD Dr. Jan Löhler, Dr. Stefan Zimmer (BVHI) Jana Verheyen, Bart Volckaerts (Cochlear) vorne: Kristine Lütke MdB (FDP) Gregor Dittrich (Medel), Dr. Harald Seidler (DHV), Janine Dersch (Cochlear) und Sylwia Swiston (Cochlear)

DSB, DCIG UND DHV ORGANISIEREN PARLAMENTARISCHES FRÜHSTÜCK

Der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB), die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) und der Deutsche Hörverband (DHV) haben im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks in Berlin am 1. März dieses Jahres Abgeordnete des Deutschen Bundestags über die Situation hörbeeinträchtigter Menschen informiert. Das geht aus einer Pressemitteilung des DSB hervor.

Im Fokus standen „die Risiken und Folgen einer unzureichenden Hörrehabilitation für Betroffene und für die Gesellschaft sowie die Notwendigkeit einer rechtzeitigen und notwendigen Versorgung gemäß der jeweiligen Indikation“, wie der entsprechenden Pressemitteilung zu entnehmen ist.

Gastgeber des parlamentarischen Frühstücks war der DSB, Anlass der Veranstaltung war der diesjährige Welttag des Hörens am dritten März. Die Schirmherrschaft des parlamentarischen Frühstücks hatte Kristine Lütke von der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag und Mitglied im Gesundheitsausschuss inne. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jana Verheyen, CI-Trägerin, Audiotherapeutin und Leiterin der Hörrehabilitation am Heilig -Geist-Hospital Bensheim.

Auch die Forderung, flächendeckende Angebote für ein regelmäßiges Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr einzuführen, wurde im Rahmen des Events untermauert. Des Weiteren wurde thematisiert, dass von den laut DSB-Präsident Matthias Müller „rund 16 Millionen Menschen in Deutschland mit Hörverlust“ nach wie vor viele „nicht den Weg zu einer Hörversorgung“ fänden, die „ihrer Indikation“ entspreche. Die Folgen hiervon beschrieb Müller als „gravierend“.

„Mit einer besseren und abgesicherten Hörversorgung ließe sich die Situation vieler Menschen deutlich verbessern und die Allgemeinheit würde ebenfalls erheblich davon profitieren“, bestätigte Dr. Harald Seidler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hörverbandes (DHV). „Daher muss sichergestellt sein, dass diejenigen, denen Hörgeräte keine ausreichende Hilfe mehr bieten, leichteren Zugang zu alternativen und seit Jahrzehnten bewährten Behandlungsmethoden wie dem Cochlea-Implantat (CI) erhalten. (…) Wir gehen jedoch davon aus, dass derzeit lediglich nur einer von 20 hochgradig hörgeschädigten Bundesbürgern, die vom Cochlea-Implantat profitieren könnten, bereits versorgt ist.“

Die Politik ihrerseits signalisierte Unterstützung. „Wir müssen die Bedeutung einer guten Hörgesundheit für Alt und Jung und eine regelmäßige Überprüfung des Hörsinns, also einen Hör-Check, stärker zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe machen und ins allgemeine Bewusstsein rücken. Da sehe ich auch uns von der Politik mit in der Verantwortung. Wir können für genau diese einfache und doch so wichtige und effektive Präventionsmaßnahme werben und uns engagieren“, so Schirmherrin Kristine Lütke.

Darüber hinaus hatten die Verbände DSB aber auch DHV Gelegenheit, über ihre Mission und ihre Aktivitäten zu informieren. Zudem präsentierte Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörsysteme-Industrie, als Sprecher der Arbeitsgruppe „World Hearing Day“ des WHO-World Hearing Forums Zahlen, Daten und Fakten rund um den Welttag des Hörens.

Für die Kampagne „Hörvorsorge ab 50 – ICH geHÖRE daZU!“, die sich für die Hörscreenings ab dem 50. Lebensjahr einsetzt, machte sich außerdem PD Dr. Jan Löhler, Präsident des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte e. V., stark.

Nach den Präsentationen hatte sich eine „angeregte Diskussion“ zwischen Podiumsteilnehmenden und Gästen ergeben, in der auch der Wunsch geäußert wurde, in einen kontinuierlichen Dialog zu treten. Einige Politiker nutzen darüber hinaus die Möglichkeit, sich gleich an Ort und Stelle einem Hörtest zu unterziehen.

„Die heutige Veranstaltung war ein weiterer wichtiger Schritt, um gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Politik eine bessere und gesicherte Hörversorgung für alle Menschen zu erreichen – insbesondere auch für diejenigen, denen Hörgeräte keine ausreichende Hilfe mehr bieten“, so noch einmal Dr. Matthias Müller. „Es ist wichtig, die großen Chancen moderner Hörtherapie und Nachsorge überall bekannt zu machen, insbesondere auch bei den politischen Entscheidungsträgern. Nur gemeinsam mit engagierten Fürsprechern wird es uns gelingen, dass jeder von uns Zugang zu den benötigten Leistungen der Hörrehabilitation erhält, die er benötigt. Die überaus positive Resonanz auf unser heutiges Treffen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

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